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Abgehängt? - Der Bahnverkehr in Sachsen wird kaum besser

April 21, 2010 By: admin Category: Allgemein, Auto und Verkehr, Dresden und Umgebung, Tourismus, Wirtschaft

Dresden - Beim Fernverkehr der Bahn bleiben die Strecken ausgedünnt und Fahrzeiten werden weiter gestreckt. Wegen defekter Achsen und abgeschalteter Neigetechnik sieht die Bahn schon einen „verlässlichen Fahrplan“ als Erfolg.


www.bahncard.de


Im Zusammenhang mit den beabsichtigen Angebotskürzungen im Fernverkehr hat die Bahn zwar zugesagt, dass es sich dabei nur um eine Übergangslösung handelt. Doch hängt dabei alles davon ab, wann die derzeit abgeschaltete Neigetechnik wieder eingesetzt werden kann. Nach Angaben der Bahn geschieht dies 2011, doch wurde dieser Termin schon mehrfach verschoben. Noch vor wenigen Wochen wurde als Termin der neue Winterfahrplan genannt.

Der Winterfahrplan wird nun von der Bahn als Übergangslösung verkauft, und die Bahnkunden können nur hoffen, das diese Aussage so stimmt.

Was bedeutet der neue Fahrplan für Dresden?

- Die Zahl der Fernverkehrsverbindungen zwischen Dresden und Leipzig bleibt bestehen. Die Züge fahren etwa alle 40 bzw. 80 Minuten, zeitweise konnte auch ein 60 Minuten-Takt realisiert werden.
- Die Anzahl direkt erreichbarer Reiseziele wird erweitert. So sind künftig beispielsweise Magdeburg, Hannover, Bremen oder Düsseldorf umsteigefrei von Dresden aus erreichbar.
- Frankfurt am Main ist von Dresden aus genauso häufig wie derzeit erreichbar: Alle zwei Stunden kann Frankfurt/Main von Dresden umsteigefrei in der bisherigen Reisezeit mit dem ICE erreicht werden. In der Zwischenstunde wird eine Fernverkehrsverbindung von Dresden nach Oldenburg über Leipzig, Magdeburg, Hannover und Bremen angeboten. Von dieser Verbindung bestehen in Leipzig direkte Umsteigemöglichkeiten nach Frankfurt.
- Die Fernverkehrsverbindung zwischen Dresden und Leipzig wird von Montag bis Freitag im morgendlichen Berufsverkehr durch einen zusätzlichen IC-Zug ergänzt. Dieser soll in beiden Richtungen insbesondere den Pendlern eine zuverlässige Anbindung zwischen Landeshauptstadt und Messestadt gewährleisten.


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Welche Neuerungen bringt der neue Fahrplan für Leipzig?

- Der Stundentakt zwischen Leipzig und Berlin bleibt erhalten.
- Die Zahl der Direktverbindungen von Leipzig nach Hamburg wird deutlich erhöht: Alle zwei Stunden besteht eine Direktverbindung mit der bisherigen Reisezeit.
- Die Häufigkeit der Direktverbindungen von und nach Frankfurt am Main bleibt unverändert. Statt wie bisher alle 60 Minuten fahren die Züge jetzt etwa alle 40 bzw. 80 Minuten.
- Zweistündlich ist zwischen Leipzig und Frankfurt am Main ein ICE mit der bisherigen Reisezeit im Einsatz. In der Stunde dazwischen bedient ein IC alternierend die Strecke von und nach Frankfurt/Main. Dieser deckt mehr Unterwegshalte in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Hessen ab.
- Zwischen Leipzig und München besteht eine mindestens zweistündliche Direktverbindung. In der Stunde dazwischen wird alternierend eine Verbindung mit Umstieg in Naumburg (Saale) angeboten. Die ICE fahren damit in einer Taktfolge von etwa 40 bzw. 80 Minuten.
- Ab Leipzig wird es künftig zwei neue, direkte Fernverkehrsverbindungen in Richtung Düsseldorf über Kassel geben.
- Einzelne Fernverkehrszüge in Richtung Magdeburg und Hannover werden zukünftig als ICE statt wie bisher als IC fahren.

Welche Neuerungen bringt der neue Fahrplan für Riesa?

- Der stündliche Fernverkehrshalt in Riesa bleibt bestehen.
- Die zweistündliche Direktverbindung Oldenburg–Hannover–Magdeburg–Halle (Saale)–Leipzig wird nach Dresden mit Halt in Riesa verlängert.

Welche Neuerungen bringt der neue Fahrplan für die ICE-Verbindung (Hamburg–) Berlin–München (Linie 28)?

- Die ICE zwischen Berlin und München verkehren alle zwei Stunden als Direktverbindung über Bitterfeld, Halle (Saale), Naumburg (Saale), Jena, Nürnberg und Ingolstadt (Linie 28.1).
- Ebenfalls im Zweistundentakt, um ca. eine Stunde versetzt, verkehren die ICE zwischen Berlin und München als Direktverbindung über Lutherstadt Wittenberg, Leipzig, Jena, Saalfeld, Nürnberg und Augsburg (Linie 28.2).
- Mit der zusätzlichen zweistündlichen Verbindung Hamburg–Berlin–Lutherstadt Wittenberg–Leipzig (Linie 28.3) bleibt zwischen Leipzig und Berlin ein Stundentakt erhalten.
- Zwischen Leipzig und München besteht eine mindestens zweistündliche Direktverbindung. In der Stunde dazwischen wird alternierend eine Verbindung mit Umstieg in Naumburg (Saale) angeboten. Die ICE fahren damit in einer Taktfolge von etwa 40 bzw. 80 Minuten.


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Welche Neuerungen bringt der neue Fahrplan für die Fernverkehrsverbindung Dresden–Leipzig–Erfurt–Frankfurt (–Wiesbaden) (Linie 50)?

- Die ICE der Linie 50.1 fahren zweistündlich von Dresden über Leipzig, Erfurt, Eisenach, Frankfurt am Main bis Wiesbaden.
- In der Stunde dazwischen fahren IC-Züge (Linie 50.2) zweistündlich ab Leipzig über Naumburg (Saale), Weimar, Erfurt, Gotha, Eisenach bis Frankfurt am Main Flughafen. Diese Züge decken deutlich mehr Unterwegshalte als auf der Linie 50.1 in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Hessen ab.
- Das Angebot ab Leipzig über Erfurt in Richtung Frankfurt am Main bleibt mengenmäßig unverändert. Neu ist hier die Taktfolge von etwa 40 bzw. 80 Minuten.
(Quelle: Deutsche Bahn AG)

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Die Bahn will Sachsen auf’s Abstellgleis setzen

März 11, 2010 By: admin Category: Allgemein, Auto und Verkehr, Dresden und Umgebung, Politik, Wirtschaft

Dresden - Die Bahn will die Sachsen wohl endgültig auf’s Abstellgleis setzen. Wie jetzt bekannt wurde, sollen die ICE-Züge auf den Strecken Frankfurt/Main-Leipzig-Dresden und Berlin-Leipzig-München ab dem Fahrplanwechsel im Dezember nicht mehr im Stundentakt auf die Strecken gehen.




Dabei ist es jetzt schon eine Katastrophe sich auf die Bahn zu verlassen. Auf meinen letzten drei Fahrten (Berlin, Hamburg, München) vielen jeweils Anschlusszüge aus, oder es gab lange Verspätungen. In München und Berlin wurden Wagen jeweils wieder abgekoppelt, weil diese defekt waren.

Das wird jetzt offenbar auch unseren Politikern zu Bunt. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) stemmt sich mit Vehemenz gegen drohende Einschränkungen beim ICE-Verkehr in Sachsen. Tillich fordert die Deutsche Bahn mit Nachdruck auf, ihre bislang bekannt gewordenen Pläne zu überdenken.

„Sachsen muss angemessen an das deutsche Schienennetz angeschlossen sein“,

betonte der Ministerpräsident am Donnerstag in Dresden am Rande der Sitzung des Sächsischen Landtags. Derartige Einschnitte in die Bahnanbindung des Freistaates seien inakzeptabel.

Die Bahn plant nach bisherigen Informationen, die ICE-Züge auf den Strecken Frankfurt/Main-Leipzig-Dresden und Berlin-Leipzig-München ab dem Fahrplanwechsel im Dezember nicht mehr im Stundentakt auf die Strecken zu schicken. Zudem plant die Bahn eine schnelle Nord-Süd-Verbindung über Halle und nicht über Leipzig. Eine solche Entwicklung ist nach Überzeugung von Tillich besorgniserregend: „Es darf nicht sein, dass der Freistaat so zum Abstellgleis wird“, sagte der Ministerpräsident.

Mit seiner Kritik stellt sich Tillich hinter Verkehrsminister Sven Morlok (FDP), der die Bahn ebenfalls wegen ihrer Pläne ins Visier genommen hat: „Das Fernverkehrsangebot der Deutschen Bahn AG ist bisher bei Weitem nicht befriedigend. Die derzeitigen Überlegungen der Bahn deuten nun auf eine weitere Verschlechterung hin“, kritisiert Morlok.

Technische Probleme bei der Schnellzugflotte der Bahn will er als Grund nicht gelten lassen. „Die Technikprobleme bei den Fahrzeugen der Bahn dürfen nicht zulasten der Anbindung Sachsens an den Fernverkehr gehen. Wir sind darüber zurzeit in intensiven Verhandlungen mit der Bahn“, ließ Morlok bereits am Mittwoch wissen.

Tillich forderte außerdem die Bahn auf, die Fernverkehrsanbindung an Chemnitz/Zwickau wieder aufzunehmen; derzeit gibt es auf dieser Strecke nur regionale Verkehrsanbindungen. Der Ministerpräsident erneuerte seine Forderung, die Strecke Dresden – Prag in den Bundesverkehrswegeplan aufzunehmen. Auch müsse im Zuge der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit die Bahnstrecke Leipzig – Dresden „zügig fertig gestellt werden“. Es fehlt noch der Abschnitt zwischen Riesa und der sächsischen Landeshauptstadt. „All das ist überfällig - im Oktober wird die Deutsche Einheit immerhin schon 20“, erklärte Tillich.

Hintergrund: Die DB plant, mit dem neuen Fahrplan ab Dezember 2010 den Stundentakt auf den Strecken Franfurt/Main-Dresden und Berlin-Leipzig-München aufzugeben und durch für Sachsen deutlich verschlechterte Angebote zu ersetzen: Leipzig wird zwischen Berlin und München nur noch zweistündig und mit deutlich verlängerten Fahrzeiten bedient; die andere Stunde fährt der ICE künftig über Halle.

Auch Frankfurt/Main – Dresden wird nur noch zweistündig und ohne Halt in Riesa (und eventuell auch ohne Halt in Dresden-Neustadt) bedient. Außerdem gibt es dann einen ICE / IC zwischen Hannover-Leipzig-Dresden, der aber nicht im 60-Minutentakt fahren wird, so dass auf der Strecke Leipzig-Dresden etwa ein 80/40 Takt entsteht. Dies hat auch Auswirkungen auf den Nahverkehr.

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