Prozesses - Auftakt um den Mord an der Ägypterin Marwa El-Sherbini
Dresden - Die Vorsitzende Richterin Birgit Wiegand machte im Landgericht Dresden deutlich, dass es sich um kein politisches Verfahren handelt.
Der Angeklagte Russlanddeutsche Alex W. machte zunächst keine Angaben. Er hatte die 31-jährige schwangere Muslimin mitten im Gerichtssaal vor den Augen ihres kleines Kindes erstochen und ihren Mann schwer verletzt. Der Spätaussiedler hat offenbar aus Hass auf Nichteuropäer und Muslime die Frau getötet. Die Anklage lautet auf Mord und versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung.
Der Witwer der getöteten Ägypterin, Elwy Ali Okaz, der im Prozess als Nebenkläger auftritt, schilderte am ersten Prozesstag die Attacke vom 1. Juli. Seiner Aussage nach war der tödliche Angriff auf seine Frau im Dresdner Landgericht Minutensache.
Okaz, der bei der Messerattacke ebenfalls schwer verletzt wurde, erklärte, er, seine Frau und ihr dreijähriger Sohn wollten das Gericht gerade verlassen, als sie vom Angeklagten angegriffen wurden. Als er seine Frau verteidigen wollte, sei ein Schuss gefallen und er habe das Bewusstsein verloren.
Nach wie vor ist nicht geklärt, wie ein Mann bewaffnet zu einem Prozess erscheinen kann. Das Landgericht hat als erste Konsequenz aus der Tat Sicherheitsschleusen errichtet und lässt jetzt Beteiligte des Prozesses und Zuschauer durch Sicherheitsschleusen marschieren. Aber nach wie vor wurde kein Verantwortlicher für die vorher schlampigen Sicherheitsvorkehrungen benannt, so das es bis jetzt keine personellen Konsequenzen gab.
Die Frage ist nun, ob die Verantwortlichen für diese Schlamperei im Landgericht oder beim Justizministerium sitzen.





