Erdgas oder Autogas – Alternativen zum Benzin im Überblick
Autogas oder Erdgas – welche Alternativen zu Benzin es gibt es? Angesichts weiter steigender Benzinpreise setzen immer mehr Autofahrer auf Gasantrieb als Alternative, weil sich dadurch die Kraftstoffkosten halbieren lassen. Viele Autofahrer verwirrt aber das Angebot an Lösungen und Gassorten: Kilopreis, Literpreis, Erdgas, Flüssiggas, monovalent und bivalent – was ist was? Eine kurze Erklärung, was dahinter steckt.

Sorten: Als Kraftstoff sind Flüssiggas und Erdgas gebräuchlich. Ein Auto kann nur mit einem von beiden betrieben werden. Die Abkürzung LPG (Liquefied Petroleum Gas) steht für die flüssige Variante, während CNG (Compressed Natural Gas) das Erdgas bezeichnet. An ausländischen Tankstellen steht oft auch nur Methan (abgekürzt: M), denn darum handelt es sich beim Erdgas. Flüssiggas tritt aus historischen Gründen auch als Autogas auf.
Preise: Für Erdgas gilt das Gewicht als Grundlage für die Preisauszeichnung. Ein Kilogramm dieses Gases bringt das Auto ungefähr so weit wie 1,5 Liter Superbenzin. Wegen der großen Preissprünge beim Benzin sind exakte Vergleiche schwer. Im Schnitt kostet das Fahren mit Erdgas oder Autogas aber rund die Hälfte gegenüber Benzin. Flüssiges Autogas scheint an der Preistafel zunächst noch preiswerter zu sein, was aber durch den niedrigeren Brennwert wieder aufgehoben wird,und umgerechnet der Preis pro Kilometer für Erdgas und Autogas fast identisch ist.
Umwelt: Von allen fossilen Kraftstoffen weist Erdgas die günstigste Kohlendioxid-Bilanz auf: Im Vergleich zu einem Benziner verursacht es bis zu 25 Prozent weniger CO2 und trägt bis zu 80 Prozent weniger zur Smogbildung bei. Der Ausstoß von Kohlenmonoxid und Schwefeldioxid sowie Ruß- und andere Partikelemissionen werden nahezu vollständig vermieden. Flüssiggas wird aus Erdöl hergestellt und bietet ökologisch keine Vorteile gegenüber Benzin. Eigentlich ist Autogas nur ein Abfallprodukt aus der Erdölverarbeitung.
Fahrzeugmodelle: Den Erdgasbetrieb gibt es wie den Autogasantrieb bei etlichen Herstellern bereits ab Werk. Die perfekte Integration der Gastanks, die hohen Standards der Erstausrüstung und die Werksgarantie machen diese Lösung nach Meinung von TÜV SÜD besonders attraktiv. Die entsprechenden Modelle kosten durchweg mehr als Benziner. Autogasfahrzeuge kosten im Schnitt 2500 € mehr. Erdgasfahrzeuge sind zum gleichen Preis erhältlich wie ein Diesel (zwischen 4000 und 5000 € mehr).
Umrüstung: Generell kann fast jedes Benzinfahrzeuge auf Autogas oder Erdgasantrieb umgerüstet werden.
Mono und bi: Manche Erdgasfahrzeuge sind auf Gasbetrieb optimiert. Die Fachleute von TÜV SÜD sprechen dann von monovalentem Antrieb. Das Fahren mit Benzin ist bei ihnen nur eine unwirtschaftliche Notlösung und sie haben dafür auch nur einen kleinen (Reserve-) Tank. Bivalente Autos fahren aber auch mit Benzin wirtschaftlich. Und da sie zwei Tanks haben, haben sie auch die dopbelte Reichweite. Wichtig ist aber, dass jedes Gasauto auch mit Benzin fahren kann.
Tankstellen: Flüssiggas gibt es an rund 3700 Stellen in Deutschland. Beim Erdgas sind es erst rund 800, aber die Zahl steigt vor allem beim Autogas schnell. Erdgas wird hauptsächlich an üblichen Markentankstellen ausgeschenkt, weil eine Anbindung an das örtliche Gasnetz notwendig ist, was auch den Ausbau des Ergas – Tankstellennetzes teuer und langsamer macht. Dieses hat auch zur Folge, das der Preis von Erdgas schneller steigt als der von Flüssiggas, den der örtliche Gasversorger bestimmt, während Flüssiggas in der Regel durch Mittelständige Betriebe verkauft wird, die bei Ihrer Preisgestaltung etwas zurückhaltender sind. Außerdem ist der Bau einer Flüssiggastankstelle wesentlich Preisgünstiger, was den Ausbau des Autogas – Tankstellennetzes noch beschleunigt. LPG-Zapfsäulen stehen daher oft außerhalb des gewohnten Tankstellennetzes, oft in Gewerbegebieten, was aber nichts an deren guten Erreichbarkeit ändert. Insgesamt ist das Autogas -Tanknetz gut ausgebaut, während das Erdgas – Tankstellennetz weiter dünn ist( nur rund 800 Tankstellen Bundesweit). Insofern ist es vor der Anschaffung eine Autos im Gasbetrieb sinnvoll zu überprüfen, ob im Umfeld der üblichen Fahrwege eine entsprechende Infrastruktur existiert.
Sicherheit: Entgegen häufiger Befürchtungen ist der Gasantrieb sicher. Statistisch brennen entsprechende Autos sogar seltener als solche mit konventionellen Kraftstoffen. Explodieren kann ein Gastank gar nicht; Notventile lassen den Inhalt entweichen, bevor es zu einer Explosion kommen kann. Er verbrennt dann zwar, aber ohne Sprengwirkung. Weder Erd- noch Flüssiggas sind giftig.
Tanken: Ausgeklügelte Ventile stellen sicher, dass beim Tanken kein Gas entweichen kann. Auch kann niemand versehentlich die falsche Gassorte tanken. Die Tankschläuche würden schlicht nicht passen.
Steuer: Bis 2018 will sich der Fiskus beim Gas zurückhalten. Bei der Kraftfahrzeug-Steuer gelten die im Vergleich zum Diesel deutlich günstigeren Sätze für Benzinmotoren.
Förderung und Preise bei Umrüstung und Neukauf: In vielen Regionen Deutschlands fördern örtliche Gasversorger den Kauf eines Erdgasautos. Manche zahlen einen direkten Zuschuss, andere geben eine bestimmte Menge Gas kostenlos ab. Es handelt sich um durchaus nennenswerte Beträge von nicht selten 500 bis 1000, in Einzelfällen sogar bis zu 2000 Euro. Allerdings schlägt die Umrüstung oder der Zuschlag beim Neukauf eines Erdgasautos mit bis zu 5000 € zu Buche, während die Umrüstung bzw. der Neukauf eines Flüssiggasautos nur zwischen 1500 bis 3000 € kostet, wo es zwar keine Förderung gibt man aber die zur Umrüstung benötigte Summe trotzdem schneller heraus hat. Nach rund 12.000 km hat man die Kosten einer Autogasumrüstung raus. Bei der Umrüstung auf Erdgas nach ca. 25.000 bis 30.000 km.
Links: Unter http://www.erdgasfahrzeuge.de/ gibt es Informationen zu Modellen, Förderung und vor allem eine Übersicht der Tankstellen. Für Flüssiggas ist die Seite http://www.autogastanken.de/ eine sehr gute Informationsquelle. Hier finden Sie Informationen zum deutschen und internationalen Tankstellennetz, Umrüstung, Preisen und Werkstätten. Eine weitere Seite zum Autogas – Tanken im Norden von Dresden finden Sie unter http://www.autogas-sachsen.de. Bei der Firma Autogen Morgenstern GmbH in Ottendorf – Okrilla können Sie sich zum Thema Autogas beraten lassen. www.autogen-morgenstern.de



