Die Polizei hat bisher 18 der 19 Todesopfer nach der Massenpanik auf der Loveparade identifiziert und die Angehörigen oder die entsprechenden Konsulate informiert. Unterdessen kam auch heraus, das Polizei und Feuerwehr schon Monate vor der Loveparade in Duisburg massive Vorbehalte über das Sicherheitskonzept geäußert haben.
Unter den Opfern befinden sich niederländische, australische, italienische, chinesische, spanische und bosnische Staatsangehörige. Elf Opfer haben die deutsche Nationalität. Bei den Toten handelt es sich um 11 Frauen und 8 Männer im Alter von 18 bis 38 Jahren. Die in Deutschland ansässigen Angehörigen werden seit der letzten Nacht durch speziell ausgebildete Teams betreut. Darüber hinaus gab es während der gesamten Veranstaltung 342 Verletzte.
Zu den Todesfällen sei es ausschließlich außerhalb des zum Veranstaltungsgelände gehörenden Tunnels gekommen. Die 16 vor Ort Verstorbenen seien auf der westlichen Seite der Zugangsrampe gefunden worden, davon 14 Personen im Bereich der abgesperrten Metalltreppe und zwei an einer Plakatwand gleich zu Anfang des Aufgangs.
Unterdessen wurde bekannt, das Polizei und Feuerwehr schon Monate vor der Loveparade in Duisburg massive Vorbehalte über das Sicherheitskonzept geäußert haben. Nach Informationen des “Kölner Stadt-Anzeigers” (Montagausgabe) soll der Direktor der Duisburger Berufsfeuerwehr den Oberbürgermeister der Stadt im Oktober 2009 schriftlich davor gewarnt haben, die Veranstaltung auf dem Gelände des alten Güterbahnhofs stattfinden zu lassen.
Sinngemäß soll es in dem Schreiben heißen, dass die Platzfläche nicht ausreiche, um die zu erwartende Masse an Besuchern aufzunehmen. Auch innerhalb der Polizei regt sich heftiger Unmut über die Organisation der weltweit bekannten Technoparade. Zwei Kölner Einsatzhundertschaften waren bei der Veranstaltung im Einsatz, eine sogar unmittelbar an dem Tunnel, in dem die Panik losbrach. Einige der Beamten hatten das Gelände bereits vorige Woche erkundet und im Anschluss intern starke Bedenken geäußert. Eine Kollegin hätte ihm mitgeteilt, “heilfroh zu sein, wenn das hier zu Ende ist”, berichtete ein hochrangiger Polizist dem “Kölner Stadt-Anzeiger”. Als “unglaublich” hätten erfahrene Hundertschaftsführer es schon im Vorfeld empfunden, dass für den Ein- und Ausgang des Geländes nur diese einzige, etwa 300 Meter lange Unterführung vorgesehen war.
Erstaunlich ist auch die Aussage des Vorsitzenden der Polizeigewerkschaft , Rainer Wendt. Nach dessen Aussage war die Polizei an der Erarbeitung des Sicherheitskonzepts für die Loveparade nicht beteiligt. “Man kann da jetzt draus schließen, was man will”, sagt der Gewerkschaftschef. (dts Nachrichtenagentur)