Dresden - Prof. Stefan H.E. Kaufmann - Immunologe am Max-Planck-Institut sagt, das die Vogelgrippe weitaus gefährlicher ist als der Schweinegrippevirus.
Auch andere Experten weisen auf das vergleichweise niedrige Gefahrenpotential der Schweinegrippe hin: Nur etwa ein Prozent der Infizierten ist lebensgefährdet. Bei einer Infektion mit der Vogelgrippe beträgt die Todesrate hingegen 30 bis 50 Prozent.
“Die Schweinegrippe ist deswegen gefährlich, weil sie von Mensch zu Mensch übertragen wird, sie hat teilweise die gleichen “Baustoffe” wie die sogenannte saisonale Grippe. Aber die bekannten Medikamente wirken, und ein Impfstoff kann innerhalb der nächsten drei bis sechs Monate entwickelt werden”, so Prof. Stefan H.E. Kaufmann, Professor für Immunologie und Mikrobiologie und Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie in Berlin. “Bei der Vogelgrippe hingegen fehlt noch immer der Infektionsweg von Mensch zu Mensch, trotzdem ist sie für Infizierte weitaus gefährlicher.”
Dabei ist auch zu vermuten, das hier einige für Panik sorgen wollten. Panik ist aber überhaupt nicht angebracht, zumal sich jetzt herausstellt, das die für Mexico genannten Opferzahlen viel niedriger sind, und es jedes Jahr rund 1000 eingeschleppte Grippefälle gibt. In dieses Bild passt auch, das Prof. Detlev Ganten, Präsident des World Health Summit, ein schnelles und koordiniertes Vorgehen gegen die Verbreitung auch dieses Virus fordert, aber vor allem politische und wirtschaftliche Motive anführt.
Er sagte: “Mehr denn je sind politisches Engagement und wirtschaftliche Investitionen entscheidend, um Herausforderungen wie die Schweinegrippe zu meistern.” Ganten drängt auf schnelles und koordiniertes Handeln von Politikern. Auch der World Health Summit, der vom 15. - 18. Oktober in Berlin stattfinden wird, plädiert für gemeinsames Handeln von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in weltweiten Gesundheitsfragen.
So sieht es eher so aus, das beim Thema Schweinegrippe mit der Angst der Menschen gespielt wird, um wichtige politische und wirtschaftliche Entscheidungen leichter durchsetzen zu können.